Montagesysteme
Montagesysteme sind die Konstruktionen aus Aluminium und Edelstahl, die Photovoltaikmodule auf dem Dach, auf dem Boden oder auf einem freistehenden Gestell befestigen und Wind- und Schneelasten in das Gebäude einleiten. Wählen Sie nach Dachtyp: Schrägdächer mit Ziegeln, Schindeln, Dachpappe, Falzblech oder Trapezblech, Flachdächer mit ballastiertem Ballastsystem, dazu Carports, Balkonkonstruktionen, Solarkonstruktionen, Montageschienen, Klemmen und Dachzubehör. Ratgeber
Diese Systeme sind in Flachdächer, Schrägdächer, Balkone und Carports unterteilt und umfassen auch Profile und Zubehör. Sie können nach Dachmaterial filtern, wie z. B. Schindeln, Pappe, gefaltetes Blech und Trapezdächer, um die perfekte Passform für jede Installation zu gewährleisten
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Verwandte Montagekategorien
- Systeme für Schrägdächer
- Systeme für Flachdächer
- Ballastierte Systeme
- Carports
- Balkonkonstruktionen
- Montageschienen und Klemmen
Montagesysteme: Dachtyp, Lastabtrag und Werkstoff
Ein Montagesystem erfüllt drei Aufgaben: Es hält das Modul in einem festen Winkel, es leitet Windsog und Schneelast in die Dachkonstruktion oder in den Ballast ein, und es hält die Dachdeckung an der Durchdringung dicht. Die Wahl richtet sich zuerst nach der Dachdeckung, dann nach der Lastzone und erst danach nach der Optik. Ein Ziegeldach bekommt verstellbare Dachhaken, die in Sparren oder Dachlatten verschraubt werden, ein Trapezblech kurze Schienen oder Brücken auf abgedichteten Bohrschrauben, und ein Stehfalzdach Falzklemmen, die ganz ohne Durchdringung auskommen.
Die tragenden Teile sind fast immer Profile aus EN AW-6005T6 oder Aluminium 6063 mit Verbindungsmitteln aus Edelstahl A2 oder A4. Aluminium hält das Eigengewicht niedrig, Edelstahl trägt die Klemmkraft, und die richtige Paarung der beiden sowie die Trennung von Kupfer, Blei und verzinktem Blech entscheidet darüber, ob die Konstruktion nach fünfundzwanzig Jahren noch intakt aussieht. Über die Filter grenzen Sie nach Dachtyp, nach Konstruktionsfamilie und nach dem Zubehör ein, das die Anlage braucht.
AUS DER PRAXIS
"Die meisten Reklamationen bei der Montage betreffen nicht die Schienen, sondern den Befestigungspunkt. Auf dem Flachdach besteht der Fehler darin, die ganze Fläche als eine Zone zu behandeln: Die Eck- und Randbereiche brauchen teils den doppelten Ballast der Dachmitte. Lassen Sie den Konfigurator des Herstellers mit der tatsächlichen Gebäudehöhe, Geländekategorie und Windzone rechnen, drucken Sie den Ballastplan aus und legen Sie die Steine dorthin, wo der Plan es sagt, nicht dorthin, wo sie bequem zu tragen sind."
Ladislav Proc · Spezialist für Montagesysteme, ONSA Plus
So wählen Sie ein Montagesystem aus
Gehen Sie vom Gebäude aus, nicht vom Katalog. Dachdeckung, Abstand und Zustand der Sparren, Gebäudehöhe sowie die örtliche Wind- und Schneezone entscheiden, welches System zulässig ist. Alles Weitere, Schienenlänge, Klemmhöhe, Farbe, folgt daraus.
Gehen Sie in dieser Reihenfolge vor: Dachtyp und Deckung, dann Befestigungsart (durchdringend oder ballastiert), dann der Lastnachweis, der den Befestigungsabstand oder die Ballastmasse festlegt, dann Schienen und Klemmen passend zum Modulrahmen, und zuletzt die Trennung gegen Korrosion und die Abdichtungsdetails.
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Schritt 1: Dach und Deckung bestimmen
Die Deckung bestimmt das Befestigungsbauteil, und die Unterkonstruktion bestimmt, ob dieses Bauteil überhaupt belastet werden darf. Prüfen Sie Sparrenabstand, Zustand der Latten und Dämmstärke vor der Bestellung.
- Schrägdächer mit Ziegeln und Schiefer: höhenverstellbare Dachhaken, befestigt am Sparren oder an den Latten, wo der Hersteller das zulässt. Der Ziegel über dem Haken wird ausgeschliffen oder angepasst, damit er wieder ohne Punktdruck flach aufliegt.
- Trapezblech: kurze Schienen, Brücken oder Trapezblechadapter, befestigt im Obergurt des Profils mit Bohrschrauben und EPDM-Dichtscheiben. Niemals im Untergurt befestigen, dort steht das Wasser.
- Falzblech: Stehfalzklemmen greifen den Falz und brauchen kein Loch im Dach. Die Klemmenwahl richtet sich nach dem Falzprofil, Einfachfalz, Doppelfalz oder Schnappfalz.
- Schindel-, Pappe- und Bitumendächer: Stockschrauben oder Doppelgewindeschrauben durch die Schalung in den Sparren, abgedichtet mit EPDM und einer Manschette oder einem eingeschweißten Flicken in der Bahn.
- Flachdächer: ballastierte Wannen und Gestelle auf Schutzmatten oder durchdringende Auflager, wo Dachaufbau und Abdichtungsdetail es zulassen.
Schritt 2: Flachdach, ballastiert oder durchdringend
Auf dem Flachdach ist der maßgebende Lastfall der Windsog, nicht das Gewicht. Ein ballastiertes Ballastsystem hält den Sog mit Betonsteinen, Gehwegplatten oder Kieswannen, nichts durchdringt also die Abdichtung. Das ist der Standard bei Bahnen, die noch in der Gewährleistung stehen, es bringt aber Masse mit, je nach Zone und Neigung oft 40 bis 120 kg je Modul, und das Dach muss sie aufnehmen können.
- Ballastiert, Ost-West: eine Rücken-an-Rücken-Aufständerung mit etwa 10 bis 15 Grad. Flache Bauweise, kleine Windangriffsfläche, weniger Ballast, mehr kWp je Quadratmeter, gleichmäßigere Tageskurve.
- Ballastiert, Südausrichtung: Reihen mit etwa 15 bis 20 Grad und Reihenabstand gegen gegenseitige Verschattung. Höherer Spitzenertrag je Modul, mehr Ballast und mehr Dachfläche je kWp.
- Durchdringende Auflager: die einzige Möglichkeit, wenn die Konstruktion die zusätzliche Masse nicht aufnehmen kann. Jedes Auflager braucht eine abgedichtete Manschette oder ein eingeschweißtes Anschlussdetail vom Dachdecker, und die Dachgewährleistung muss vorab geklärt sein.
- Aerodynamische Windleitbleche: senken den Sog und damit den Ballast, wirken aber nur mit genau den Systemkomponenten, von denen die Berechnung ausgeht.
Praxistipp
Prüfen Sie die Materialverträglichkeit der Bahn, bevor der Ballast auf dem Dach liegt. Zwischen PVC-Bahnen und Bauteilen aus EPDM oder Bitumen wandern Weichmacher, unter jede Wanne, jeden Stein und jeden Fuß gehört daher ein Trennvlies oder eine verträgliche Schutzmatte. Dasselbe gilt dort, wo eine Aluminiumschiene sonst direkt auf einer Bitumenfläche aufliegen würde.
Schritt 3: Windlast, Schneelast und der statische Nachweis
Die Lasten kommen aus EN 1991-1-4 für Wind und EN 1991-1-3 für Schnee, angewandt über den nationalen Anhang. Eingangsgrößen sind Wind- und Schneezone, Geländekategorie, Gebäudehöhe, Dachneigung und die Lage des Feldes auf dem Dach. Ergebnis ist entweder ein maximaler Abstand der Befestigungspunkte oder eine Ballastmasse je Position.
- Zonen zählen mehr als Mittelwerte: Ecken und Ränder eines Daches sehen weit höheren Sog als die Innenfläche. Genau deshalb werden Felder üblicherweise mit einem definierten Abstand zur Dachkante angeordnet.
- Schienenstützweite: Profilhöhe und Last legen zusammen den größten Abstand zwischen den Dachhaken fest, typisch im Bereich von 1,2 bis 1,7 m. Höhere Schneezonen bedeuten mehr Haken, nicht eine längere Schiene.
- Bestandskonstruktion: ein Montagenachweis belegt das System, nicht das Gebäude. Bei älteren Dächern, Gewerbehallen und jeder durchdringenden Flachdachlösung sollte ein Tragwerksplaner bestätigen, dass das Dach die zusätzliche Last aufnimmt.
- Dokumentation: legen Sie die Konfiguratorausgabe zur Übergabedokumentation. Sie ist der Nachweis, dass Abstände und Ballast berechnet und nicht geschätzt wurden.
Schritt 4: Schienen, Klemmen und Erdung
Montageschienen gibt es in mehreren Höhen. Ein höheres Profil überspannt mit weniger Auflagern mehr Strecke, was auf einem schwierigen Dach meist günstiger ist, als Befestigungspunkte zu ergänzen. Klemmen müssen zur Rahmenhöhe des Moduls passen, üblich sind 30, 35 oder 40 mm.
- Mittel- und Endklemmen: Mittelklemmen halten zwei benachbarte Module, Endklemmen schließen die Reihe ab. Beide müssen innerhalb des Klemmbereichs sitzen, den der Modulhersteller in der Montageanleitung markiert, sonst erlischt die Modulgarantie.
- Drehmoment: auf den Wert aus der Systemanleitung anziehen, nicht nach Gefühl. Zu lose Klemmen lassen Module wandern, zu fest angezogene verformen den Rahmen.
- Schienenverbinder: Verbinder verlängern eine Schiene, haben aber eigene Stützweitenregeln, und ein Stoß sollte nie direkt über einem Auflager liegen, sofern der Hersteller es nicht ausdrücklich erlaubt.
- Potentialausgleich und Blitzschutz: Schienen und Rahmen werden in den Potentialausgleich eingebunden, und die Trennungsabstände zu einem äußeren Blitzschutz sind einzuhalten.
Schritt 5: Aluminium, Edelstahl und galvanische Trennung
Aluminiumprofile mit Edelstahlverbindern A2 (1.4301) sind die Standardpaarung und verhalten sich im Binnenland gut. Wählen Sie A4 (1.4401 oder 316) in Küstennähe, an Industriestandorten sowie in Schwimmbad- und Stallatmosphären, wo Chloride und Ammoniak A2 angreifen. Korrosionsprobleme entstehen fast immer durch ein drittes Metall oder durch Verunreinigung.
- Kupfer und Blei von Aluminium fernhalten: die Potentialdifferenz ist groß, und ablaufendes Wasser von einer Kupferabdeckung auf eine Aluminiumschiene reicht aus, um Lochfraß zu starten. Mit EPDM-Auflagen trennen oder das Wasser anders führen.
- Verzinktes Blech und Aluzink: verwenden Sie die Befestiger und Dichtscheiben, die der Blechhersteller zulässt, und ziehen Sie blankes Aluminium nicht über eine beschichtete Oberfläche.
- Frischer Beton und Mörtel: der alkalische Angriff korrodiert blankes Aluminium, Ballaststeine und Fundamente brauchen daher eine Trennlage oder eine beschichtete Kontaktfläche.
- Aluminium nicht mit Werkzeugen für Stahl schneiden: eingebrachte Eisenpartikel rosten und verfärben das Profil. Jede Schnittkante entgraten und schützen.
Schritt 6: Carports, Freiflächen und Balkonkonstruktionen
Ein Solarcarport ist ein tragendes Bauwerk und kein Dachzubehör. Er braucht Fundamente passend zum Baugrund, entweder Betonfundamente oder Erdschrauben, ausreichende lichte Höhe für Fahrzeuge und eine Entscheidung darüber, ob das Dach dicht sein muss, was eine Modulaufnahme in Entwässerungsprofilen statt offener Klemmen verlangt. Carports passen naturgemäß zu einer Wallbox, planen Sie die Kabelführung also, bevor die Stützen stehen. Balkonkonstruktionen sind deutlich kleiner, sehen aber die volle Windlast, die Halterung muss daher zum Geländertyp passen und jede Befestigung braucht eine zusätzliche Sicherung gegen das Herabfallen des Moduls.
Dachtypen und Befestigungen im schnellen Vergleich
| Dachtyp | Typische Befestigung | Worauf zu achten ist |
|---|---|---|
| Ziegeldach, geneigt | Verstellbare Dachhaken in Sparren oder Latten | Sparrenabstand, Anpassen des Ziegels, kein Punktdruck auf dem Ziegel |
| Trapezblech | Kurze Schienen oder Brücken, abgedichtete Bohrschrauben | Befestigung im Obergurt, EPDM-Scheiben, Blechdicke und Pfettenlage |
| Falzblech | Stehfalzklemmen, ohne Durchdringung | Falztyp, Anzugsmoment der Klemme, thermische Bewegung des Blechs |
| Schindel, Dachpappe, Bitumen | Stockschrauben mit EPDM-Dichtung und Manschette | Abdichtungsdetail, Zustand der Schalung, Verträglichkeit der Bahn |
| Flachdach | Ballastierte Wannen und Gestelle oder durchdringende Auflager | Windzonen, Ballastmasse, Schutzmatten, Dachgewährleistung |
| Carport und Freifläche | Betonfundamente oder Erdschrauben mit Stahl- oder Aluminiumgestell | Fundamentplanung, lichte Höhe, Entwässerung, Kabelwege |
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Häufige Fragen zu Montagesystemen
Welches Montagesystem brauche ich für ein Trapezblechdach?
Verwenden Sie kurze Schienen, Brücken oder Trapezblechadapter, befestigt im Obergurt des Profils mit Bohrschrauben und EPDM-Dichtscheiben. Die Befestigung im Untergurt liegt dort, wo Wasser steht, und ist die übliche Ursache für Undichtigkeiten. Prüfen Sie Blechdicke und Pfettenlage, bevor Sie den Befestigungsabstand festlegen.
Kann ich Module auf einem Stehfalzdach ohne Bohren montieren?
Ja. Stehfalzklemmen greifen den gefalzten Steg und brauchen keine Durchdringung, die Dachdeckung bleibt also unversehrt. Die Klemme muss zum Falzprofil passen, Einfachfalz, Doppelfalz oder Schnappfalz, und sie ist mit dem Herstellerdrehmoment anzuziehen, damit das Blech nicht verformt wird.
Ballastiert oder durchdringend auf dem Flachdach?
Ballastiert ist der Standard, weil nichts die Abdichtung durchdringt und die Dachgewährleistung leichter zu halten ist. Wählen Sie durchdringende Auflager nur, wenn die Konstruktion die zusätzliche Masse nicht trägt, und lassen Sie dann jede abgedichtete Manschette und jedes Anschlussdetail vom Dachdecker ausführen.
Wie viel Ballast braucht ein Flachdachsystem?
Das hängt von Windzone, Geländekategorie, Gebäudehöhe, Neigungswinkel und der Lage jedes Moduls auf dem Dach ab, es kommt also aus dem Systemkonfigurator und nicht aus einer Faustformel. Eck- und Randbereiche brauchen wesentlich mehr Ballast als die Innenfläche des Daches.
Wird das Dach durch Dachhaken undicht?
Nicht bei fachgerechter Montage. Auf Ziegeldächern führt der Haken oberhalb der Deckung in den Sparren und der Ziegel wird so angepasst, dass er wieder flach aufliegt. Auf Bitumen- und Schindeldächern wird die Durchdringung mit EPDM und einer Manschette oder einem eingeschweißten Flicken abgedichtet.
Darf man Aluminiumschienen mit Edelstahlschrauben kombinieren?
Ja, diese Paarung ist gängige Praxis und der galvanische Effekt ist in normaler Atmosphäre gering. Verwenden Sie A2 im Binnenland und A4 in Küstennähe oder in Industrie- und Stallluft. Die eigentlichen Risiken sind Kupfer, Blei und blankes Aluminium an frischem Beton, die getrennt werden müssen.
Brauche ich für ein PV-Montagesystem einen statischen Nachweis?
Ja. Wind- und Schneelasten nach EN 1991-1-4 und EN 1991-1-3 legen den Befestigungsabstand oder die Ballastmasse fest, und die Konfiguratorausgabe gehört in die Übergabedokumentation. Bei älteren Dächern, Gewerbehallen und durchdringenden Flachdachlösungen sollte zusätzlich ein Tragwerksplaner bestätigen, dass das Gebäude die Last aufnimmt.
Welche Klemmengröße brauchen meine Module?
Die Klemmhöhe muss zum Modulrahmen passen, am häufigsten 30, 35 oder 40 mm. Mittelklemmen halten zwei benachbarte Module, Endklemmen schließen die Reihe ab, und beide müssen innerhalb des in der Modulmontageanleitung markierten Klemmbereichs sitzen. Klemmen außerhalb dieses Bereichs lassen die Modulgarantie erlöschen.
Können Module auf einem Bitumen- oder Pappdach montiert werden?
Ja. Stockschrauben führen durch die Deckung und die Schalung in den Sparren, und die Durchdringung wird mit einer EPDM-Dichtung plus Manschette oder eingeschweißtem Flicken abgedichtet. Prüfen Sie, ob die Schalung tragfähig ist und ob das Dichtmaterial mit der vorhandenen Bahn verträglich ist.
Braucht ein Solarcarport Fundamente?
Ja. Ein Carport leitet Wind- und Schneelasten in den Boden, er braucht also Betonfundamente oder Erdschrauben passend zum Baugrund. Planen Sie die lichte Höhe für Fahrzeuge, entscheiden Sie, ob das Dach dicht sein muss, was Entwässerungsprofile statt offener Klemmen erfordert, und führen Sie das Ladekabel, bevor die Stützen stehen.
Die endgültige Wahl von Montagesystem, Befestigungsabstand und Ballast hängt von der Dachkonstruktion, von der Wind- und Schneezone des Standorts und von einem statischen Nachweis für das konkrete Gebäude ab.
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